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15. September 2019

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Kritische Betrachtung von Investitionen aus China

Kritische Betrachtung von Investitionen aus China© Bilderbox.com

In vielen Ländern werden Direktinvestitionen aus China kritischer gesehen als jene aus anderen Staaten, so eine aktuelle Umfrage des Münchner ifo Instituts (World Economic Survey) unter 1012 Wirtschaftsexperten weltweit.

(red/czaak) Im Rahmen der Umfrage besonders ablehnend äußerten sich Befragte in den USA und in der Europäischen Union, wo über 78 (USA) und über 66 Prozent (EU) China „leicht negativer“ oder „deutlich negativer“ als andere Ländern bewerteten. Fortgeschrittene Volkswirtschaften fürchten vor allem einen Techniktransfer (74 Prozent) und eine mögliche Einflussnahme der chinesischen Regierung (69 Prozent).

Australien, USA und Europa sehen China-Investments besonders negativ
Über alle Regionen betrachtet schätzen rund 42 Prozent der Befragten chinesische Direktinvestitionen „leicht negativer“ ein als Investitionen aus anderen Ländern. Für knapp über 15 Prozent sind diese sogar „deutlich negativer“. Keinen Unterschied zu Direktinvestitionen aus anderen Ländern sahen 23 Prozent, „leicht positiver“ antworteten 8 Prozent und „deutlich positiver“ nur 3 Prozent. Knapp über 8 Prozent antworteten „Weiß nicht“. In Summe überwog die negativere Wahrnehmung in 74 Prozent der 81 befragten Länder.

Während die Summe der beiden Negativkategorien weltweit bei 57 Prozent liegt, so beträgt sie in den USA über 78 Prozent und in der EU über 66 Prozent. Die kritischsten Stimmen einzelner Länder mit über 81 Prozent waren in Australien, Deutschland, Kanada, Belgien, Frankreich und den Niederlanden zu hören. In Japan sind es über 62 Prozent, in anderen gut entwickelten Volkswirtschaften wie Neuseeland, Norwegen, Schweiz und Taiwan sind es knapp 73 Prozent.

Schwellen- und Entwicklungsländern weniger kritisch
Von einem weniger kritischen Klima berichten Experten aus Schwellen- und Entwicklungsländern. So erreichen die Antwort-Kategorien „leicht positiver“ und „deutlich positiver“ in Afrika südlich der Sahara 33 Prozent und in den GUS-Staaten knapp 32 Prozent. Viele andere Antworten entfallen auf „gleich“ oder „weiß nicht“.

In 10 Prozent der Länder sehen die befragten Experten keinen Unterschied, nämlich in Ägypten, Aserbaidschan, Armenien, Ecuador, Griechenland, Lettland, Nigeria und den Philippinen. Und in 16 Prozent sprechen die Volkswirte von einer positiveren Wahrnehmung chinesischer Direktinvestitionen gegenüber jenen aus anderen Ländern. Das sind etwa Pakistan, Georgien, die Türkei und Russland.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 24.05.2019