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15. Juli 2024

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„Fuck-Ups sind ganz wichtig im Leben“

„Fuck-Ups sind ganz wichtig im Leben“© NLK Pfeiffer

Anlässlich des Frauentages erläuterte Landeschefin Johanna Mikl-Leitner mit Katharina Schneider, Katharina List-Nagl, Petra Kroneder und Anna Zalesak in der Gründeragentur „riz up“ kritische Faktoren für erfolgreiches Unternehmertum.

(red/czaak) Frauen machen 52 Prozent der gesamten Bevölkerung aus sie sind entsprechend auch wirtschaftlich und unternehmerisch ein wesentlicher Faktor und dieser Zugang war die Themenspange bei einer Veranstaltung von Niederösterreichs Gründeragentur „riz-up“ anlässlich des internationalen Weltfrauentages.

„Als erste Landeshauptfrau in Niederösterreich und einzige Landeshauptfrau in Österreich ist es mir wichtig, dass viele Frauen in Führungspositionen kommen. Seit ich Landeshauptfrau sein darf, haben wir 60 Prozent mehr Frauen in Führungspositionen. Das heißt: Es funktioniert und alle machen wirklich einen sehr, sehr guten Job“, betonte Landeschefin Johanna Mikl-Leitner in ihrer Einleitung.

Kein Beruf ist es wert, um auf Kinder zu verzichten
Im Hinblick auf Karriere und Familie brauche es laut der Landeshauptfrau kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch: „Es gibt keinen einzigen Beruf, der es wert ist, um auf Kinder zu verzichten“, unterstrich sie. „Sucht euch einen Job, der Spaß macht und bleibt finanziell unabhängig. Probiert etwas aus, damit ihr wisst, wo eure Stärken sind und wie ihr eure Kompetenzen ausleben könnt. Arbeit ist etwas Schönes, erfüllend, macht Freude und gibt Kraft. Wenn es sich so anfühlt, ist es der richtige Job“, so Mikl-Leitner.

Unternehmerin und Investorin Katharina Schneider
Unternehmerin und Investorin Katharina Schneider ist zufällig zum Unternehmertum gekommen. 2002 hat sie ihr erstes Unternehmen gegründet. Gerade beim Unternehmertum seien laut Schneider „Männer wesentlich selbstbewusster als Frauen. Frauen können ganz viel, bedenken aber viel mehr als Männer. Um erfolgreich zu sein, gehöre auch Scheitern. „Fuck-Ups sind ganz wichtig im Leben. Auf Social Media seht ihr nur Erfolgsstorys, aber diese Geschichten gibt es nicht. Keine von uns ist so vom Himmel geflogen und hat alles richtiggemacht. Probiert viel aus, macht, was euch Spaß macht, und lasst euch nicht von anderen beeinflussen“, so Katharina Schneider.

Katharina List-Nagl, CEO F. List GmbH
Katharina List-Nagl, CEO F. List GmbH, erklärte, dass man rausfinden müsse, was man tun möchte: „Kommt ins Tun, probiert Dinge aus. Reisen ist zwar super, aber verbindet das mit Schul- und Arbeitsauslandsaufenthalten.“ Im Hinblick auf Kind oder Karriere solle man sich nicht irritieren lassen: „Es geht immer beides, es ist eine Organisationssache. Lasst euch nicht – vor allem von Männern - auf Kind oder Karriere reduzieren“, betont die Chefin der List GmbH.

Petra Kroneder und der Regionalladen „Das LLOIS“ in Langenlois.
Petra Kroneder wiederum sagte, der Beginn ins Unternehmertum sie ihr mit 48 Jahren „passiert“. Sie hat sich 2018 aus einem Angestelltenverhältnis heraus selbstständig gemacht und betreibt heute den Regionalladen „Das LLOIS“ in Langenlois. Sie gab den jungen Damen den Rat, „authentisch zu bleiben und den Ausgleich zu schaffen. „Balance zu finden war und ist meine größte Herausforderung“, unterstrich Petra Kroneder.

Anna Zalesak als Chefin für 32 Mitarbeiter:innen und über 40.000 Kunden
Anna Zalesak hat sich vor zehn Jahren selbstständig gemacht und betreibt heute mit „HELLOCASH“ eine kostenlose online Registrierkasse in sieben Ländern mit über 40.000 Kunden und 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Wieselburg: „Es ist wichtig, sich mit anderen Frauen auszutauschen. Und sich Ziele zu setzen, damit man genau weiß, was man möchte.“ Anna Zalaseks finaler Tipp: „Wenn man nicht aufgibt, ist alles erreichbar.“

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 15.03.2024